Wie wirkt sich der Krieg im Iran auf die Dieselpreise aus und welche Folgen wird das u.a. für den Bereich gewerblicher Güterkraftverkehr haben?
Der Krieg bzw. die militärische Eskalation rund um Iran hat direkte und indirekte Auswirkungen auf Dieselpreise – und damit auf den gesamten Güterverkehr. Wir erklären zuerst den Mechanismus und danach die Folgen speziell für den Transport- und Logistiksektor.
1. Warum der Iran-Konflikt die Dieselpreise steigen lässt
Der wichtigste Faktor ist die Versorgung mit Rohöl und Transportwegen.
a) Risiko für die Straße von Hormus
- Rund 20 % des weltweiten Öl- und Gastransports laufen normalerweise durch diese Meerenge.
- Angriffe auf Tanker und militärische Eskalation haben Schifffahrt und Export stark gestört.
Wenn Händler befürchten, dass weniger Öl verfügbar ist oder Transporte gefährlich werden, steigen sofort die Preise an den Rohstoffbörsen.
b) Ölpreis reagiert sofort
- Nach der Eskalation stieg der Ölpreis kurzfristig um etwa 10–13 %.
- Prognosen sehen bei längerer Krise bis zu 100 $ pro Barrel oder mehr.
c) Diesel reagiert schneller als viele andere Energieträger
- In Deutschland sind die Preise bereits um etwa 4 % innerhalb weniger Tage gestiegen.
- Teilweise liegt Diesel schon über 2 € pro Liter.
Grund: Diesel wird direkt aus Rohöl produziert und ist stark vom Ölpreis abhängig.
2. Was das für den Gütertransport bedeutet
Für den Straßengüterverkehr ist Diesel der größte Kostenblock.
1. Höhere Transportkosten
- Kraftstoff macht im Lkw-Transport 20–30 % der Gesamtkosten aus.
- Steigt Diesel z. B. um 10–20 %, steigen auch die Frachtpreise.
Folge: Speditionen geben Kosten über Dieselzuschläge (Fuel Surcharge) an Kunden weiter.
2. Höhere Preise für Waren
Transportkosten sind Teil jedes Produktpreises.
Beispiel:
- Transport macht etwa 5 % der Importkosten einer Ware aus.
Wenn Diesel und Frachtraten steigen:
Lebensmittel - Baustoffe - Konsumgüter werden teurer.
3. Störungen in globalen Lieferketten
Neben Diesel steigen auch andere Kosten:
- Versicherungsprämien für Schiffe wegen Kriegsrisiko
- Umwege im Seehandel (z. B. um Afrika)
- längere Transportzeiten
Das reduziert effektiv Transportkapazität und erhöht Preise zusätzlich.
4. Druck auf Speditionen und Logistikunternehmen
Für viele Transportfirmen entstehen mehrere Probleme gleichzeitig:
- höhere Dieselpreise
- steigende Versicherungen
- volatile Frachtraten
- eventuell geringere Nachfrage bei Wirtschaftsflaute
Das kann besonders kleine Speditionen und kleine Transportfirmen stark belasten.
3. Mögliche mittelfristige Folgen (wenn der Konflikt länger dauert)
Wenn der Konflikt Monate anhält:
- dauerhaft hohe Dieselpreise
- steigende Inflation
- stärkere Verlagerung auf Bahn / alternative Antriebe
- mehr langfristige Energieverträge und strategische Ölreserven
Ein längerer Konflikt könnte ähnlich wirken wie der Energieschock nach dem Ukrainekrieg, wenn auch wahrscheinlich etwas schwächer für Europa.
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